Agri Terra Newsletter 06/2021 - Agri Terra KG - Investitionen die natürlich wachsen!
Agri Terra Newsletter 05/2021
28. Juli 2021

Trevi - Der Club im EcoVita Country Club

Innerhalb der geschlossenen Wohnanlage des EcoVita-Country-Clubs in Nueva Italia Paraguay entsteht ein sehr exklusiver Wohnbereich, der sogenannte Trevi. Highlight ist ein imposanter Wasserfall, dessen Name vom größten römischen Brunnen abgeleitet wurde und dessen vorgelagerter Erholungsbereich zum Verweilen und Entspannen einlädt. Die Preise liegen je nach Lage zwischen 60 tsd. USD bis 80 tsd. USD.

Zweistellige Renditen mit nachhaltigem Obst- und Gemüseanbau. Schon ab 10 tsd. USD zzgl. 5 % Agio können Sie diese attraktive Agrarinvestition tätigen.

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Online-Vortrag.

„Die Anleger dürfen sich über eine absolute Perle freuen. Das vorliegende Angebot sprengt das Gewohnte in vielerlei Hinsicht und ermöglicht den Zugang zu einem Basisinvestment mit mehr als attraktiven Renditen. …

"… Summa summarum halte ich das Angebot „Citrus Basket I“ der Agri Terra Kommanditgesellschaft, Grasbrunn bei München, für überragend. … Meiner Meinung nach verdient das vorliegende Angebot eine Bewertung mit „hervorragend“ (1+)."

Das ist die Einschätzung vom renommierten Analysten Philip Nerb. Im Rahmen der Online-Präsentation stellen wir Ihnen die gesamte Analyse gerne zur Verfügung. Melden Sie einfach und bequem hier an.

Der „Citrus Basket I“ bietet Anlegern ab 10 tsd. USD zzgl. 5 % Agio die Möglichkeit sich am attraktiven Freilandanbau von Orangen und anderen Citrusfrüchten, dem Gewächshausanbau von Erdbeeren sowie an einer weiterverarbeitenden Fabrik für Orangensaftkonzentrat zu beteiligen.

Dafür erwirbt der „Citrus Basket I“ fruchtbares Agrarland in Paraguay. Anbau und Ernte wird von erfahrenen Gesellschaften der Agri Terra Gruppe übernommen. Die daraus resultierende ertragsstarke Anlagestrategie basiert auf den laufenden Einnahmen aus dem Verkauf der Ernten, sowie am Ende aus den Einnahmen aus dem Verkauf und Verwertung des Agrarlandes, der Gewächshäuser und dem Holzverkauf ausgedienter Baumstämme.

Informieren Sie sich in unserer Online-Präsentation.

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Granja Direct - Supermärkte

Unser dritter Frische-Markt unter der Vertriebsschiene Granja Direct in Asunción befindet sich im Bau.

https://granjadirect.com/

Aufnahmedatum 15.06.2021

Winter auf La Colmena

Sommer auf der Nordhalbkugel bedeutet Winter in Paraguay. Ein paar Winterimpressionen von unserer Orangenplantage in La Colmena. Die Pflanzung der ersten Orangenbäume erfolgte im November 2016. Trotz einiger kalter Tage und leichtem Bodenfrost gedeihen die Orangenfrüchte prächtig. Die Temperaturen am frühen Morgen betragen 2 bis 3 Grad Celsius. Für die Orangenbäume sind diese Temperaturen kein Problem, sie tolerieren sogar längere Kälteperioden von bis -8 Grad Celsius.

Aufnahmedatum 01.07.2021

Was kosten Orangen in Paraguay?

Die Orangenverkaufspreise in Paraguay schwanken sehr stark. Es gibt nicht nur den einen Preis pro Kilogramm. Der Preis variiert nach Anbieter, Sorte und Herkunftsland:

Supermarkt Casa Rica - NARANJA NAVELINA IMPORTADO X KG = ₲. 21.300 (3,14 USD)

Supermarkt Casa Rica - NARANJA FRUTIKA X KG = ₲. 6.550 (0,97 USD)

Supermarkt SUPERSEIS - NARANJA OMBLIGO 1 KG = ₲. 5.400 (0,80 USD)

(Stand: 05.07.21)

Bebauungsrichtlinien des EcoVita Country Clubs

Für Parzellenkäufer im EcoVita Country Club ist natürlich von Interesse, was auf seinem Grundstück überhaupt gebaut werden darf. Hierzu hat die Verwaltungsgesellschaft der geschlossenen Wohnanlage EcoVita, die Agri Terra S.A., eine Bebauungsrichtlinie erlassen:

  • 30% der Grundstücksfläche dürfen bebaut werden
  • 30% der Grundstücksfläche dürfen gerodet werden
  • GRZ – Grundflächenzahl: 0,3
  • GFZ – Geschossflächenzahl: 0,6
  • Zulässige Anzahl der Vollgeschosse 2 plus ausgebautes Dachgeschoss
  • Firsthöhe: 9 Meter
  • Grenzabstand zur Grundstücksgrenze mind. 3 Meter
  • Umfriedung des Grundstücks mit einer Mauer ist nicht gestattet. Hecken, Maschendraht oder Jägerzaun sind erlaubt

Exkurs Paraguay

Kapitel 4: Wirtschaftliche Aspekte des Landes Paraguay

Die Wirtschaftskennzahl Bruttoinlandsprodukt als Basis weiterer Detailbetrachtungen

Der absolute Wert des Bruttoinlandsprodukts (BIP) Paraguays wird von G T A I für 2018 nominal mit 41,9 Mrd. US-Dollar angegeben, was in der relativen Betrachtung einem BIP pro Kopf der Bevölkerung von US-Dollar 5.934 entspricht.

Von 2004 bis 2017 ist die Wirtschaft des Landes laut Angaben der Weltbank um durchschnittlich 4,5 % pro Jahr gewachsen. Nach einem Wachstumswert von 3,7 % im Jahre 2018 hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) ursprünglich für 2019 ein im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Staaten überdurchschnittlich starkes Wachstum von immer noch 3,5 % prognostiziert. Eine extreme Dürre und nachfolgende Überschwemmungen sollen allerdings dazu geführt haben, dass die Wirtschaft Paraguays im Endergebnis 2019 sogar etwas geschrumpft ist. Für 2020 haben internationale Institutionen (der IWF sowie die Economist Intelligence Unit) zunächst wieder mit einem Wachstum des paraguayischen BIP von 3,5 bis 4 % gerechnet. Es ist allerdings davon auszugehen, dass diese Erwartungen vor der weltweiten Corona-Krise abgegeben wurden. Da auch Paraguay von der Pandemie negativ betroffen worden ist, dürften sich die genannten Wachstumseinschätzungen für den Betrachtungszeitraum kaum realisieren lassen.

Die Betrachtung des BIP von der Entstehungsseite bietet die Möglichkeit einer differenzierten Darstellung von verschiedenen Sektoren und Wirtschaftsbereichen bzw. Wirtschaftszweigen, um so die Wirtschaft Paraguays nachfolgend anhand ausgewählter Aspekte zu skizzieren. Bei der BIP-Entstehung wird in der klassischen Betrachtung nach drei Wirtschaftssektoren unterschieden: dem „primären Sektor“ (Bereich der sogenannten Urproduktion), dem „sekundären Sektor“ (Bereich der Industrieproduktion) und dem „tertiären Sektor“ (Dienstleistungsbereich).

Ausgehend von diesen drei Sektoren können die auf der G T A I-Datenbasis vorgegebenen Wirtschaftsbereiche und- zweige wie folgt zugeordnet werden:

Primärer Sektor: Land-/Forst-/Fischwirtschaft
Sekundärer Sektor: Bergbau/ Industrie und Bau
Tertiärer Sektor: Handel/Gaststätten/Hotels, Transport/Logistik/Kommunikation und Sonstige


Kapitel 4.1: Zum primären Sektor Paraguays

Die Landwirtschaft spielt in vielen Ländern Lateinamerikas eine große Bedeutung für die jeweilige Wirtschaft. Ursächlich dafür sind einerseits die idealen Produktionsbedingungen, verfügt Lateinamerika im Unterschied zu vielen anderen Regionen der Welt über ausreichende Süßwasservorkommen und Potenzial für eine Erweiterung der Anbauflächen. Aufgrund der klimatischen Bedingungen sind bei manchen Anbauprodukten zuweilen sogar zwei oder auch drei Ernten pro Jahr möglich. Andererseits können insbesondere südamerikanische Länder wie zum Beispiel Argentinien, Brasilien oder Paraguay gerade dann ernten, wenn auf dem anderen Teil der Erdkugel (zum Beispiel in Europa und Nordamerika) Winter herrscht. Wie für kein anderes Land in der Region gilt dabei für Paraguay, dass die Wirtschaft dieses südamerikanischen Binnenstaates vom Agrarbereich mit den beiden Teilbereichen Ackerbau und Viehzucht abhängig ist.

Die Viehwirtschaft stellt eine ganz wichtige Grundlage für die Wirtschaft Paraguays dar. Wie auch in den Nachbarländern Argentinien und Brasilien zeichnet diesen Teilbereich der Landwirtschaft insbesondere die Rinderhaltung aus.

Beim Ackerbau zählen zu den Hauptanbauprodukten unter anderem Soja, Maniok, Baumwolle, Zuckerrohr und Weizen. Einen Bedeutungszuwachs haben in den letzten Jahren zukunftsträchtige Nischenprodukte wie zum Beispiel organischer Zucker und Stevia, ein natürliches Süßkraut (Zuckerersatzstoff), erfahren. Weiterhin findet der Anbau von Obst und Gemüse in Paraguay ideale klimatische Voraussetzungen.

Drei Arten von Betrieben lassen sich im landwirtschaftlichen Bereich unterscheiden:

Den Status von Kleinbauern kann man ca. 80 % der im Agrarbereich Tätigen beimessen. Sie besitzen 5 bis 20 Hektar und bearbeiten zusammengenommen ca. 7 % der gesamten Agrarfläche des Landes. Die Ernteergebnisse dienen hauptsächlich der Selbstversorgung. Mit dieser Art einer weit verbreiteten Bedarfswirtschaft, die auch als Subsistenzwirtschaft bezeichnet wird, ist eine Überschusserzielung primär nicht beabsichtigt. Gleichwohl können von Kleinbauern erzeugte Produkte auf den örtlichen Märkten gegen andere Erzeugnisse eingetauscht werden.

Sogenannte Cooperativas (übersetzt „Kooperativen“ bzw. „Genossenschaften“), der Zusammenschluss von mittelgroßen Betrieben in einer Genossenschaft, kennzeichnet weitere Aktivitäten im landwirtschaftlichen Bereich. Maschinen einzelner Mitglieder werden wechselseitig eingesetzt, andere Inputfaktoren (wie zum Beispiel Saatgut und Dünger) werden genauso gemeinschaftlich durch die Kooperativen beschafft wie die Ernteergebnisse vermarktet werden. Die mennonitischen Kolonien im paraguayischen Schaco, die bekannt für ihre Vieh-und Milchwirtschaft sind, bilden zum Beispiel derartige Kooperativen.

Weiterhin charakteristisch für die paraguayische Landwirtschaft sind Großgrundbesitzer, deren Betriebe meistens eine Größe von über 1 tsd. ha bzw. einem Vielfachen davon aufweisen. Großgrundbesitzer haben ca. 77 % aller agrarischen Flächen des Landes in ihrem Besitz, in der Vermarktung ihrer Ernteergebnisse sind diese landwirtschaftlichen Betriebe unabhängig.

Die vorstehende Skizzierung landwirtschaftlicher Betriebe verdeutlicht ein länderspezifisches Problem: Da sich der weitaus größte Teil der landwirtschaftlichen Nutzflächen im Besitz weniger Eigentümer befindet, gilt Paraguay als ein Land mit sehr ungleicher Besitzverteilung von Grund und Boden. Vereinzelte Maßnahmen des Staates, eine gerechtere Besitzverteilung zum Beispiel durch spezielle Landzuteilungen zu erreichen, sind in der Vergangenheit zuweilen aber wenig erfolgreich gewesen, da die Empfänger das Land danach nicht selten weiterverkauft haben sollen.

Im Vergleich zur Landwirtschaft spielt die ebenfalls zum Primärsektor zählende Forst- und Fischwirtschaft in Paraguay eine vergleichsweise unbedeutende Rolle. Für die Forstwirtschaft sind im Zeitraum von Mitte der fünfziger bis zum Ende der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts starke Abholzungen prägend gewesen, durch die sich die Waldfläche des Landes um mehr als 65 % verringert hat. Inzwischen ist dieser Entwicklung Einhalt geboten worden, da gesetzliche Regelungen das Abholzen einschränken und von öffentlicher Seite Aufforstungsprogramme gefördert werden. Dadurch hat die Forstwirtschaft in den letzten Jahren wieder an Bedeutung gewonnen, nicht zuletzt durch den kommerziellen Holzanbau von schnell wachsenden Bäumen wie Eukalyptus.

Die traditionell geringe Bedeutung der Fischwirtschaft Paraguays dürfte auf die geografische Lage des südamerikanischen Binnenstaates ohne direkten Meereszugang zurückzuführen sein. Folglich erstreckt sich Fischerei lediglich auf die Flüsse des Landes. Seit einigen Jahren wird von staatlicher Seite allerdings die Fischzucht gefördert, wodurch sich insbesondere Betriebe etabliert haben, die sich auf die Aufzucht des schnell wachsenden Tilapia konzentriert haben.


Kapitel 4.2: Zum sekundären Sektor Paraguays

Der sekundäre Sektor (Bergbau/ Industrie und Bau) hatte im Jahre 2018 einen Anteil von 37,2 % an der Entstehung des BIP in Paraguay.

Der Bergbau (Förderung von Bodenschätzen), der hier dem sekundären Sektor zugerechnet wird, ist bis dato in Paraguay eher unbedeutend. Neuere geologische Methoden deuten inzwischen darauf hin, dass teilweise signifikante Lagerstätten diverser Bodenschätze vorhanden sein dürften (unter anderem von Erdöl und Erdgas, Gold, Titan und Uran). Machbarkeitsstudien zu Förderung von Bodenschätzen existieren bereits, deren Umsetzung wurde bis dato allerdings kaum in Angriff genommen. Ursächlich dafür sind die zu erwartenden hohen Kosten einer Förderung der in großen Tiefen vermuteten Bodenschätze. Deren kommerzielle Erschließung könnte betriebswirtschaftlich dann sinnvoll werden, wenn ein nachhaltiger Anstieg der relevanten Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt eintreten sollte.

Für den Industriebereich Paraguays, der wenig ausdifferenziert ist, spielt die Stromerzeugung eine wichtige Rolle. Ursächlich dafür sind nicht zuletzt bedeutende binationale Wasserkraftwerke, die Paraguay zusammen mit seinen Nachbarstaaten betreibt (zum Beispiel Itaipú mit Brasilien bzw. Yacyretá mit Argentinien). Ohnehin ist für das Land charakteristisch, dass die wenigen Industriezweige insbesondere auf der Weiterverarbeitung von Produkten aus dem primären Sektor basieren. Landwirtschaftliche Erzeugnisse aus den Bereichen Ackerbau und Viehwirtschaft stellen wichtige Input- bzw. Produktionsfaktoren bei der industriellen Herstellung von Getränken, Tabak, Zucker, Sojaprodukten, Lederwaren sowie Fleisch- und Milchprodukten dar. Dabei können die Produktionsbedingungen recht unterschiedlich sein. Neben hochmodernen Industrieanlagen, zu denen zum Beispiel die Fleisch- und Milchfabriken der Mennoniten gehören, existieren auch sehr viele kleinere, personalintensive Weiterverarbeitungseinheiten, die wohl eher als Manufakturen denn als industrielle Produktionsbetriebe charakterisiert werden können.

Bei den wenigen im Land vorhandenen Industriezweigen, die nicht auf die Weiterverarbeitung von einheimischen Erzeugnissen der Landwirtschaft aufsetzen, handelt es sich zum Beispiel um den Maschinen- und Fahrzeugbau, das Papier-und Druckgewerbe, der Chemie- und Pharmabereich sowie die Zementindustrie.

Paraguay gilt als sehr fremdenfreundlich und fördert ausländisches Engagement durch verschiedene Förderinstrumente. Ausdruck findet diese investorenfreundliche Politik unter anderem im Aufbau eines schnell wachsenden neuen Wirtschaftszweiges, der sogenannten „Indústria Maquiladora“. Als Maquiladora oder Maquila werden in Lateinamerika Montagebetriebe bezeichnet, die importierte Vorprodukte (Einzelteile oder Halbfertigprodukte) veredeln, in dem dieser Produktionsinput zu Fertigprodukten oder Output einer höheren Produktionsstufe für den Export weiterverarbeitet wird. Durch ein spezielles „Maquila-Programm“ gewährt der Staat ausländischen Investoren (Mutterunternehmen) zum Beispiel Steuervorteile und Zollbefreiungen, um die Ansiedlung von ausländischen Niederlassungen (Tochterunternehmen) für einen vorübergehenden Produktveredelungsprozess in Paraguay zu fördern. Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen und dem Aufbau von Know-how im Inland soll mit diesem Instrument der Investitionsförderung auch ein Beitrag zur Diversifizierung der Wirtschaft Paraguays geleistet werden, nicht zuletzt um die bis dato starke Abhängigkeit von der Landwirtschaft zu verringern. Aus der Sicht ausländischer Investoren sprechen neben den staatlichen Anreizen (zum Beispiel Steuervorteile und Zollbefreiungen) insbesondere auch die im internationalen Vergleich günstigen Löhne und niedrigen Energiekosten für ein Engagement in Paraguay. Durch die Nutzung des „Maquilia-Programms“ ist es in den letzten Jahren zu verschiedenen ausländischen Industrieansiedlungen gekommen, insbesondere im Bereich der Kfz-Teile-Produktion sowie der Leder-und Textilverarbeitung.

Ausländische Investitionen hatte in den letzten Jahren ebenfalls der zum Sekundärsektor einer Volkswirtschaft zählende Baubereich Paraguays verstärkt zu verzeichnen. Ursächlich dürften dazu auch die politischen- und wirtschaftlichen Instabilitäten in der geographischen Nachbarschaft des südamerikanischen Binnenstaates beigetragen haben (zum Beispiel in Argentinien), da manche Investoren Paraguay als „sicheren Hafen“ einzustufen scheinen. Bedeutend für den paraguayischen Baubereich (Immobilien– und Bauwirtschaft) sind Landentwicklungsaktivitäten sowie der Bau von geschlossenen Wohnsiedlungen. Im ersten Fall kaufen die auf Landentwicklung spezialisierten Unternehmen große Landstücke auf, parzellieren diese in kleinere Parzellen („Lotes“) und entwickeln diese. Der Verkauf erfolgt oft auf Kredit, bei dem das Landentwicklungsunternehmen als die Finanzierung selbst abwickelnder Kreditgeber auch noch einen lukrativen Zins erzielt. Der monatliche Ratenbetrag ist oft so bemessen, dass dieser vom zuweilen nur den Mindestlohn verdienenden Käufer der Parzelle (Kreditnehmer) gerade noch bezahlt werden kann. Im zweiten Fall, dem Bau geschlossener Wohnsiedlungen („Barríos Cerrados“), entstehen auf einem geschlossenen Areal zahlreiche Einzelobjekte, wobei deren Eigentümer neben einer bewachten Einfahrt in der Regel eine weitergehende Infrastruktur zur gemeinsamen Nutzung angeboten wird.

Die Entwicklung einer derartige geschlossene Wohnsiedlung, die nicht zuletzt in Verbindung mit einem umfangreichen Freizeitangebot bei Mitgliedern der Mittel- und Oberschicht in Südamerika sehr beliebt ist, hat auch die zur Agri Terra-Gruppe gehörenden CountryPar S.A. vorgenommen. Bei dem Projekt handelt es sich um den EcoVita Country Club in Nueva Italia, der seit 2019 vermarktet wird. In- und ausländische Investoren können im Rahmen der Anlage Baugrundstücke erwerben, darauf Wohn-und Ferienhäuser errichten und Clubmitglied werden. Als Infrastruktur zur gemeinsamen Nutzung werden ein Clubbereich mit Lagune, mehrere Schwimmbäder, ein breit gefächertes Sport- und Freizeitangebot, ein Reitsportbereich sowie ein gastronomisches Angebot zur Verfügung stehen.


Kapitel 4.3: Zum tertiären Sektor Paraguays

Der tertiäre Sektor (Handel/Gaststätten/Hotels, Transport/Logistik/Kommunikation und Sonstige) hatte im Jahre 2018 einen Anteil von 51,9 % an der BIP-Entstehung in Paraguay.

Bezüglich des Wirtschaftsbereichs Transport/Logistik/Kommunikation findet sich die Einschätzung, dass die Transport-Infrastruktur Paraguays stark verbesserungswürdig sei. Als eines der wenigen Länder in Südamerika hat Paraguay kein funktionsfähiges Eisenbahnnetz mehr und das ebenfalls als ausbaufähig geltende Straßennetz, von dem nur ca. 10 % asphaltiert sind, ist oft in einem schlechten Zustand. So kommt es, dass die Flussschifffahrt eine große Bedeutung für den Transport von Gütern hat und die Flotte der paraguayischen Flussbarkassen zu einer der größten der Welt zählt. Der öffentliche Personennah- und Fernverkehr des Landes wird überwiegend mit Bussen durchgeführt und obliegt privaten Busunternehmen, die vom Staat unterstützt werden. Aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse gibt es in Paraguay einerseits viele kleine (oft nicht asphaltierte) Flugplätze und -pisten und andererseits zahlreiche kleinere Flugbetreiber, die zur überregionalen Beförderung ihre Dienstleistungen anbieten.

Eine öffentliche Postinfrastruktur ist kaum vorhanden. Aufgrund der wenigen Postämter und einer grundsätzlich nur auf die Zentren der großen Städte begrenzte Postzustellung, spielt der Postverkehr in Paraguay keine große Rolle. Der Wirtschaftszweig der paraguayischen Telekommunikation zeichnet sich durch eine für Entwicklungsländer typische Situation aus: die Festnetzpenetration ist im Vergleich zur Mobilfunkpenetration sehr niedrig. Die verschiedenen Mobilfunkanbieter bieten mobile Überweisungssysteme an. Für ein Land, in dem viele Bewohner kein Bankkonto haben, ist die Inanspruchnahme dieser Dienstleistung oft die einzige Möglichkeit für eine schnelle und unkomplizierte Überweisung bzw. Bezahlung.

Der Handel, statistisch zum Dienstleistungsbereich Handel/ Gaststätte/Hotels zählend, spielt in Paraguay eine wichtige Rolle. Im Wirtschaftszweig des Einzelhandels sind sogenannte „Tante-Emma“-Läden immer noch weit verbreitet, in ländlichen Regionen gibt es aber auch lokal gewachsene Supermärkte, die zuweilen das Produktspektrum eines Kaufhauses anbieten. Nur in den großen Städten finden sich Shopping-Center, wobei einige in der Hauptstadt Asunción teilweise hochwertige und international bekannte Einzelhandelsgeschäfte integriert haben. Wir bereits beim Immobiliensektor erwähnt, so spielt der Ratenkauf auch für die Nachfrager im Einzelhandel eine wichtige Rolle. Absolut niedrige Monatsbeiträge ermöglichen zuweilen überhaupt erst kleinere und größere Anschaffungen, die aus dem monatlichen Einkommen für den einheimischen Konsumenten nicht zu bezahlen wären. In Paraguay dominiert der stationäre Handel. Der Online-Handel spielt dagegen im internationalen Vergleich eine eher unbedeutende Rolle, nicht zuletzt auch aufgrund infrastrukturelle Defizite in Form einer kaum vorhandenen Postzustellung.

Der Tourismus, der für den Wirtschaftszeig des Hotel- und Gaststättengewerbes grundsätzlich eine wichtige Determinante darstellt, ist für Paraguay im Vergleich zu anderen südamerikanischen Ländern eher unbedeutend. Als Binnenstaat ohne Küsten und Meeresstrände ist das Angebot an Badevergnügen ebenso begrenzt wie eine Mannigfaltigkeit an Sehenswürdigkeiten, so dass wesentliche Voraussetzungen fehlen, um ein Ziel des internationalen Tourismus zu sein. Anders stellt sich die Situation beim Tagestourismus und beim nationalen Tourismus dar. Ciudad del Este, die zweitgrößte Stadt Paraguays und im Länderdreieck mit Brasilien und Argentinien gelegen, ist eine der größten Freihandelszonen der Welt. Von daher ist diese Region ein beliebtes Shoppingziel für Tagestouristen aus beiden Nachbarstaaten, aber auch für viele Paraguayer, die bei größeren Anschaffungen extra nach Ciudad del Este fahren. Ansonsten spielen Orte mit Stränden an den für das Land so wichtigen Flüssen eine zunehmend wichtige Rolle für den nationalen Tourismus.

Im Bereich der Gastronomie liegt die Vermutung nahe, dass es neben der großen Anzahl von offiziell registrierten Unternehmen auch viele kleinere Imbisse und Restaurants gibt, denen – wie in anderen Wirtschaftsbereichen – eine entsprechende Registrierung fehlt. Überall im Land gibt es Haushalte, die in einem kleinen Anbau selbstgemachten Speisen wie Teigwaren, Hamburger oder Hot Dogs anbieten. Ohnehin ist Fleisch für die paraguayische Küche sehr wichtig, wobei nicht zuletzt Rindfleisch auf den Speisekarten guter Restaurants eine wichtige Rolle spielt.

Unter der in der G T A I-Auflistung zusammengefassten Kategorie Sonstige fallen zum Beispiel Dienstleistungen, die in den finanziellen Wirtschaftszweigen (Finanzinstitute und Versicherungen) produziert werden oder auch Aktivtäten des Staates in Form von Verwaltungsleistungen.

Die im Land tätigen Finanzinstitute lassen sich unterscheiden in Banken, Financieras und Cooperativas. Darüber hinaus erlangen noch die vielfach vorhandenen Wechselstuben (zum Beispiel insbesondere für den Währungstausch mit Privaten) und Pfandleihhäuser (zum Beispiel für die bequeme Geldbeschaffung der Einheimischen) eine Bedeutung im paraguayischen Finanzbereich.

Bei den Finanzinstituten zeichnen sich die Banken durch das umfangreichste Dienstleistungsspektrum aus. Dazu zählt zum Beispiel das Einlagen- und Kreditgeschäft (zuweilen inkl. des Angebots von Fremdwährungskonten in US-Dollar und Euro), das Außenhandels- und Währungsgeschäft (inkl. dem internationalen Wertpapierhandel) sowie die Funktion als Agent für ausländische Investitionen in Paraguay.

Für die Wettbewerber der Banken ist charakteristisch, dass deren Dienstleistungsspektrum einerseits weniger umfänglich ist, sich andererseits aber durch zusätzliche und teilweise bankferne Aktivitäten (Servicepakete) auszeichnet. Während Banken zum Beispiel Girokonten bereitstellen, bieten Financieras und Cooperativas mehr oder weniger nur Sparkonten mit eingeschränktem Zahlungsverkehr und ohne Überziehungsmöglichkeit an. Viele Financieras, deren Klientel überwiegend aus der Unter- und Mittelschicht stammt, haben auch Sparkonten in fremder Währung im Sortiment (in US-Dollar), sind im Kreditgeschäft auf die Vergabe von Klein- und Mikrokrediten fokussiert und im Währungsgeschäft mit Privaten überwiegend auf den Geldhandel in US-Dollar beschränkt. Darüber hinaus werden Dienstleistungen angeboten, die für die Klientel der Financieras interessant sind (zum Beispiel das Angebot zur Zahlung von Rechnungen oder von Geldtransfers).

Zu den wichtigsten Akteuren im paraguayischen Finanzbereich gehören die Cooperativas (Kooperativen bzw. Genossenschaften), die insbesondere in den ländlichen Regionen sehr weit verbreitet sind. Charakteristisch für die Kunden einer Cooperativa ist das Eingehen einer Mitgliedschaft, zu der oft auch ein Servicepaket bankferner Dienstleistungen gehört (zum Beispiel das Angebot von Freizeitlokalitäten bzw. die Hilfe bei notwendigen Arztleistungen oder bei Todesfällen). Ursprünglich entstanden die Genossenschaften im landwirtschaftlichen Bereich (Produktionskooperativen), wo sie insbesondere in der Milch- und Fleischwirtschaft eine große Bedeutung erlangt haben. Später gründeten sich auch finanziell ausgerichtete Spar- und Kreditkooperativen. Heute sind viele Cooperativas breit aufgestellt und vereinen sowohl den produktiven als auch den finanziellen Gedanken, sodass sich dann auch die Bezeichnung Multiactivas findet. Dadurch entsteht oft ein geschlossener Kreislauf wirtschaftlicher Aktivitäten: Von der Cooperativa können die Mitglieder neben einem Kredit für die geplante Produktion (zum Beispiel Hühnerzucht) auch die dafür notwendigen Inputfaktoren beziehen (zum Beispiel Kreditverwendung für den Erwerb von Küken und Viehfutter), um am Ende das Produktionsergebnis (zum Beispiel Hühner und Eier) an die Cooperativa zur weiteren Vermarktung zu verkaufen.

Paraguay gilt als Land, in dem viele Einheimische gar keine Geschäftsbeziehung zu Finanzinstituten unterhalten und somit auch gar kein Bankkonto besitzen. Ursächlich dafür mag unter anderem sein, dass Barzahlungen eine große Rolle spielen, und zwar sowohl bei den Gehaltszahlungen (Geldherkunft) als auch bei zu begleichenden Rechnungen und Verpflichtungen (Geldverwendung zum Beispiel für Einkäufe, Miet- und Steuerzahlungen, Versicherungsbeiträge und Telefongebühren). Neben einer nicht auszuschließenden Bequemlichkeit könnten fehlende Kenntnisse (mangelnde Information und Bildung) zum Thema Finanzen einem Kontoeröffnungsprozess entgegenstehen. Viele Paraguayer mit niedrigerem Bildungsniveau kennen Finanzinstitute aber auch nur als potentielle Kreditgeber, wohingegen die Gewährung von Habenzinsen auf Sparkonten oft unbekannt ist. Auch wenn Rückzahlungen bei Käufen auf Kredit im Immobilienbereich oder im Einzelhandel in Paraguay meistens sehr hohe effektive Zinsen beinhalten, so stellt dies für die einheimischen Konsumenten kein Hinderungsgrund dar. Die mögliche Inanspruchnahme von Krediten ist vielen Paraguayern durchaus geläufig, was für die alternative Möglichkeit von Ansparprozessen zur zukünftigen Realisierung von Anschaffungen oder auch nur zur verzinslichen Anlage von finanziellen Mitteln als Vorsorgemotiv so nicht gilt. Diese Erkenntnis findet sich auch im Versicherungsbereich wieder, wo zur Risikovermeidung dienende Kranken- und Sachversicherungen zwar bekannt sind, dagegen aber Lebensversicherungen, die unter anderem neben einer Risiko- auch eine Sparkomponente beinhalten, kaum eine Rolle spielen.

Die Korruption ist in Paraguay weit verbreitet und kann als Wachstumsbremse gesehen werde. (Finanzielle) Zuwendungen und Vergünstigungen zur Erlangung von öffentlichen Aufträgen, zur Vermeidung von Strafzetteln (zum Beispiel bei einer Ordnungswidrigkeit) oder zur Beschleunigung von staatlichen Verwaltungsleistungen (zum Beispiel bei Gericht) sind nur einige Anwendungsbeispiele für die aktive Korruption (im Falle einer vom Empfänger eingeforderten Zuwendung) bzw. für die passive Korruption (im Falle einer dem Empfänger „freiwillig“ gewährten Vergünstigung). Dabei zeigt sich dieses Problem eher im öffentlichen (Dienstleistungs-)Bereich denn im privaten Geschäftsleben.


Kapitel 4.4: Zum Außenhandel Paraguays

Bei der Betrachtung des paraguayischen Außenhandels spiegeln sich die Erkenntnisse der vorab skizzierten Wirtschaftsbereiche wieder. Mit dem Export von landwirtschaftlichen Produkten (primärer Sektor) werden teilweise die Devisen verdient, die zur Finanzierung des Imports von den industriellen Gütern benötigt werden, die die paraguayische Industrie (sekundärer Sektor) selber nicht herstellt. Eine derartige Bedeutungsaufteilung von Importgütern und Exportgütern kennzeichnet den Außenhandel vieler lateinamerikanischer Länder.

Paraguay ist bei einigen Produkten aus dem Agrarbereich in den letzten Jahren regelmäßig unter den zehn größten Exporteuren der Welt zu finden, zum Beispiel bei organischem Zucker, Stevia, Soja, Mais, Weizen und Rindfleisch. Zusätzlich zur den landwirtschaftlichen Exporten tut sich für das Land noch eine weiterer Devisenquelle durch die Energieerzeugung aus den beiden Wasserkraftwerken (Itaipú und Yacyretá) auf, denn dadurch ist Paraguay inzwischen zu einem bedeutenden Stromexporteur in der Welt geworden. Zu den typischen paraguayischen Importgütern zählen zum Beispiel chemische Erzeugnisse, Elektroprodukte, Kraftfahrzeuge und Kfz–Teile sowie Maschinen.

Bei der Betrachtung der Handelspartner ist festzuhalten, dass grundsätzlich die großen Nachbarländer (Argentinien und Brasilien) eine wichtige Rolle als Liefer- und Abnehmerländer spielen. Zu den Hauptlieferländern paraguayischer Importe gehörten im Jahre 2018 mit der VR China (Anteil: 28,2 %) und Brasilien (Anteil: 22,3 %) zwei Partner, die in der Vergangenheit zuweilen die Spitzenposition getauscht hatten, gefolgt von Argentinien (Anteil 10,0 %) auf Platz drei. Bei den paraguayischen Exporten belegten 2018 die Hauptabnehmerländer Brasilien (Anteil: 31,1 %) und Argentinien (Anteil: 24,2 %) die beiden Spitzenplätze, mit deutlichem Abstand gefolgt von Russland (Anteil: 8,7 %).

Im Juni 2019 haben sich der Mercosur (Mercado Común del Sur, übersetzt „Gemeinsamer Markt des Südens), zu dem neben Paraguay auch Argentinien, Brasilien sowie Uruguay mit zusammen 260 Mio Konsumenten gehören, und die EU (Europäische Union) nach langjährigen Verhandlungen auf ein Handelsabkommen verständigt. Dadurch soll die bisher größte Freihandelszone der Welt mit rund 780 Mio Verbrauchern geschaffen werden. Neben einem politischen Teil wird dieses Handelsabkommen Bestandteil eines weitreichenden Assoziierungsabkommens sein, das zum Beispiel auf europäischer Seite den EU-Mitgliedstaaten und dem Europäische Parlament zur jeweiligen Zustimmung vorgelegt wird. Selbst wenn ein derartiger Abstimmungsprozess noch einige Zeit benötigen dürfte und einige Unwägbarkeiten bieten könnte, weil zum Beispiel einige EU-Mitliedstaaten Vorbehalte gegen dieses Abkommen haben, liegt die Vermutung nahe, dass im Falle einer erfolgreichen Ratifizierung zukünftig der grenzüberschreitende Handel der involvierten Staaten durch den Abbau von Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen gefördert werden sollte. Diese Erwartung basiert nicht zuletzt auf der Erkenntnis, dass es sich bei den beiden Handelsblöcken um zwei wirtschaftlich stark komplementäre Regionen handelt. Während die Südamerikaner Vorteile bei der Produktion von Agrarrohstoffen haben (= Exportgüter aus dem primären Sektor), liegt die Spezialisierung der Europäer insbesondere bei industriellen Produkten und der Dienstleistungserbringung (= Exportgüter aus dem sekundären und tertiären Sektor). Neben den Chancen dürfte das Handelsabkommen für manche Marktteilnehmer aber auch Risiken durch höheren Wettbewerb bergen. So könnte die europäische Landwirtschaft zum Beispiel eine starke Konkurrenz durch die sehr wettbewerbsfähige Agrarproduktion der Südamerikaner erfahren. Umgekehrt könnten europäische Anbieter, die Agrarprodukte industriell zu Lebensmittel weiterverarbeiten, zu einer starken Konkurrenz werden für die südamerikanischen Nahrungsmittel – und Getränkeindustrie, und zwar insbesondere dann, wenn die dortigen Weiterverarbeitungseinheiten – wie es zum Beispiel in Paraguay oft der Fall ist – eher als Manufakturen denn als wettbewerbsfähige Industriebetriebe zu charakterisieren sind. Zur Abmilderung derartiger Risiken sieht das Handelsabkommen für verschiedene Wirtschaftszweige zuweilen langjährige Übergangsfristen vor.


Kapitel 4.5: Zu weiteren Wirtschaftskennzahlen Paraguays

Bei der Quantifizierung weiterer Wirtschaftskennzahlen für das Jahr 2018 weist der Informationsdienst G T A I folgenden Angaben für Paraguay aus:

die Arbeitslosigkeit betrug 6,2 %;
die Inflationsrate belief sich auf 4,0 %;
der Haushaltssaldo hatte einen (negativen) Wert von -1,7 % (bezogen auf das BIP);
die Staatsverschuldung erreichte 21,5 % (bezogen auf das BIP, brutto).

Im internationalen Vergleich kann die Staatsverschuldung Paraguay als moderat bezeichnet werden, was zum Beispiel für die Kreditaufnahmemöglichkeit wichtig ist, stellt doch die Höhe der Staatsverschuldung eines Landes unter anderemeinen wichtigen Einflussfaktor bei der Vergabe von Bonitätsnoten durch Ratingagenturen dar. Dabei ist folgender Mechanismus von Bedeutung: je höher die Staatsverschuldung desto größer ist ceteris paribus die Gefahr einer geringeren, schlechteren Bonitätseinstufung mit der Folge, dass die Verschuldungsmöglichkeit am internationalen Kredit- und Kapitalmarkt teurer und schwieriger wird.


Kapitel 4.6: Länder-Ratings zu Paraguay

Die bekannten Ratingagenturen im Folgenden Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch beurteilen durch Einstufung der Bonität nicht nur Finanzinstrumente, sondern ebenfalls Staaten: es wird grob gesagt die Kreditwürdigkeit ermittelt, beziehungsweise bei Staaten die Zinszahlungsfähigkeit und Rückzahlungsfähigkeit.

Dem entsprechend werden unterschiedliche Abstufungen vorgenommen, um die sich im Ergebnis ermittelten Werte vergleichbar zu machen. Hier bedienen sich die Agenturen unterschiedlicher Merkmale, die von Buchstaben über Zahlen bis hin zu kurzen Beschreibungen reichen (Ausblick / Outlook).

Die nachfolgenden Ratingangaben zu Paraguay entstammen einer vergleichenden Darstellung zu den länderspezifischen Ergebnissen der drei Ratingagenturen. Demzufolge erhält Paraguay von S&P Standard & Poor’s eine Benotung „BB“ mit dem Ausblick „stabil“ (06.05.2020). Die Ratingagentur Moody’s bewertet das Land mit der Note „B A 1“ und dem Outlook „stabil“ (21.06.2018). Fitch hat 2018 bei einer der fortlaufend von Ratingagenturen vorgenommenen Überprüfung der Ratingergebnisse ein Upgrade der Bewertung für Paraguay vorgenommen: von der bis dahin gültigen Bewertung „BB“ zu „BB +“ mit dem Ausblick „stabil“ (11.12.2018).

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